Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit rücken immer mehr in den Fokus von Wissenschaft und öffentlicher Wahrnehmung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Parodontitis. Schon länger sind Wechselwirkungen der oralen Erkrankung etwa mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt. Neuere Untersuchungen stellen darüber hinaus sogar Verbindungen zwischen Parodontitis und Demenz oder Depressionen her.
Vor diesem Hintergrund erscheint die effektive Bekämpfung von Parodontitis heute wichtiger als je zuvor – gerade, wenn man bedenkt, dass 50 Prozent der Weltbevölkerung von ihr betroffen sind. Selbst wenn man die Wechselwirkungen mit der Allgemeingesundheit außen vorlässt, weil man die Zusammenhänge für noch nicht ausreichend erforscht hält, hat man es immer noch mit einer enorm hohen Zahl an Patienten mit einer irreversiblen oralen Erkrankung zu tun. Parodontitis stellt mit ihrem kontinuierlichen Behandlungsbedarf und Zahnverlust als möglicher Folge für sich genommen schon eine große Herausforderung für das Praxisteam dar.
Wissenschaftlicher Konsens in S3-Leitlinie
Über welche Gegenmaßnahmen heute wissenschaftlicher Konsens herrscht, zeigt die seit 2020 gültige S3-Leitlinie zur „Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III“. Zentrale Rolle spielt hier ein Vier-Therapiestufen-Schema: Den Ausgangspunkt bildet Therapiestufe 1 mit Instruktion des Patienten und der supragingivalen Biofilm-Entfernung. In Therapiestufe 2 wird subgingival instrumentiert. Bleibt der gewünschte Erfolg aus, kommt der Patient in Therapiestufe 3 mit parodontalchirurgischen Maßnahmen. Therapiestufe 4 schließlich umfasst die unterstützende Parodontaltherapie (UPT).
Dexcel Pharma
Darüber hinaus sind adjuvante Maßnahmen in Erwägung zu ziehen. In Therapiestufe 2 kommen dafür laut S3-Leitlinie neben Antibiotika (mögliche Resistenzbildung beachten) auch chlorhexidinhaltige Chips wie PerioChip (Dexcel Pharma, Alzenau) in Frage. Dank hochdosiertem (ca. 36 Prozent) Chlorhexidinbis(D-gluconat) eliminiert er innerhalb von sieben Tagen bis zu 99 Prozent aller pathogenen Keime in der Parodontaltasche. Bis zu 11 Wochen nach Applikation wirkt der PerioChip zudem keimfernhaltend – eine zusätzliche Chance, um den Behandlungserfolg bis zum nächsten Recall zu sichern.
Parodontitis bleibt lebenslang
Da Parodontitis-Patienten ein Leben lang Parodontitis-Patienten bleiben, fallen die folgenden Vorteile des Matrix-Gelatine-Chips besonders ins Gewicht: Er lässt sich unter Zuhilfenahme von Pinzette und Heidemannspatel nicht nur in gerade einmal einer Minute applizieren, die Applikation kann darüber hinaus beliebig oft wiederholt werden. Eine Resistenzbildung ist bei diesem antiseptischen Therapeutikum nicht zu befürchten.
Wer Parodontaltaschen so schon in Therapiestufe 2 in den Griff bekommt, erspart seinen Patienten nicht nur parodontalchirurgische Maßnahmen, sondern langfristig womöglich auch unerwünschte Wechselwirkungen mit der Allgemeingesundheit.