Zufriedene Gesichter bei Veranstaltern und Besuchern in Köln: Der Karl-Häupl-Kongress 2025 hat erneut seine Bedeutung als eine der zentralen Fortbildungsveranstaltungen der nordrheinischen Zahnärzteschaft unter Beweis gestellt. Mehr als 600 Teilnehmende fanden sich am 22. März 2025 im Kölner Gürzenich ein, um sich zu aktuellen Themen und Entwicklungen der Zahnmedizin auszutauschen. „Der Kongress stellt eine unverzichtbare Plattform für den fachlichen Dialog und die Weiterentwicklung der Zahnmedizin dar“, so Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Nordrhein.
Das diesjährige Leitthema „Differentialindikation und therapeutische Konzeption“ zog Fachleute und Praxisteams aus der gesamten Region an. In mehr als 20 Vorträgen beleuchteten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen die neuesten Entwicklungen in der Zahnmedizin – von diagnostischen Grundlagen über differenzialtherapeutische Entscheidungsprozesse bis hin zu prothetischen Versorgungskonzepten. Auch praxisrelevante Themen wie Abrechnung wurden behandelt.
Personal für die Patienten, nicht für die Bürokratie
Foto: Zahnärztekammer Nordrhein/Anne Orthen
Ethische Verantwortung der Zahnmedizin
Auch die ethische Verantwortung in der Zahnmedizin wurde thematisiert. „Unsere Arbeit muss von Ethik geprägt sein, nicht von Kosmetik“, betonte Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz. Besonders im Spannungsfeld zwischen ästhetischen Wünschen der Patienten und medizinischer Indikation müsse die Zahnmedizin ihre Prinzipien wahren. Jede therapeutische Entscheidung sollte auf einem medizinisch relevanten Ergebnis basieren. Würden Behandlungsmaßnahmen außerhalb der zulässigen Professionsgrenzen durchgeführt, bestünde die Gefahr, dass sie zur bloßen kosmetischen Dienstleistung degradiert und die Grundlagen des ärztlichen Handelns infrage gestellt würden. Eine leitlinienbezogene Berücksichtigung der evidenzbasierten Medizin sei zwar sinnvoll, sie werde jedoch niemals die ärztliche Kompetenz in der jeweiligen individuellen Patientensituation ersetzen.
Impulse für den zahnmedizinischen Nachwuchs und praxisnahe Anwendungen
Ein besonderes Highlight war der exklusive Vortrag von Dr. Andreas Struve für die Teilnehmenden der Young Dental Academy: Unter dem Titel „Studium trifft Realität – Dein Weg in eine erfolgreiche Zukunft als Zahnarzt“ erhielten junge Zahnärztinnen und Zahnärzte wertvolle Einblicke und praktische Tipps für den erfolgreichen Einstieg in den Praxisalltag.
Individuelle Therapieentscheidungen finden
Foto: Zahnärztekammer Nordrhein/Anne Orthen
Ein weiterer Glanzpunkt des Kongresses war der Vortrag von Kommunikationsexpertin Betül Hanisch, die auf humorvolle Weise verdeutlichte, wie entscheidend nonverbale Kommunikation in der Patientenbehandlung ist. „Der erste Eindruck bekommt keine zweite Chance. Wer sich seiner nonverbalen Signale bewusst ist, kann gezielt Vertrauen aufbauen, Stress vermeiden und selbstsicher auftreten“, erklärte Hanisch.
Wissen für die ZFA und Fachausstellung
„Der Kongress ist jedes Jahr eine Bereicherung für die Zahnmedizinischen Fachangestellten. Die praxisorientierten Vorträge und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Experten tragen maßgeblich dazu bei, das Wissen der ZFA auf dem neuesten Stand zu halten und ihre wichtige Rolle im zahnärztlichen Alltag weiter zu stärken“, so Dr. Hans-Jürgen Weller, im Vorstand der Zahnärztekammer Nordrhein verantwortlich für die Fortbildung der ZFA.
Der Kongress wurde von einer Fachausstellung begleitet, auf der 17 Aussteller aus der Dentalbranche ihre neuesten Produkte und Technologien präsentierten. Die durchweg positive Resonanz belegt, dass der Karl-Häupl-Kongress auch in diesem Jahr ein bedeutender Impulsgeber für die zahnärztliche Gemeinschaft war. „Die hohe Qualität der Vorträge und die praxisorientierten Diskussionen machen den Kongress zu einem unverzichtbaren Forum für den fachlichen Austausch“, resümierte Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz abschließend.
Ausblick: Karl-Häupl-Kongress 2025 Online und Termin für 2026
Foto: Zahnärztekammer Nordrhein/Anne Orthen